Interdisziplinäres onkologisches Zentrum (IOZ)
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Interdisziplinäres Onkologisches Zentrum (IOZ)

 

 
 

Geschichte und Struktur
Die Entwicklung des interdisziplinären onkologischen Zentrums (IOZ) am Marien-Hospital geht zurück auf einen bereits im Jahr 1979 mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) durch Herrn Prof. Dr. Dr. Piroth errichteten onkologischen Schwerpunkt. Das IOZ in seiner heutigen Form vereint unter einem Dach die wichtigsten medizinischen Fachabteilungen, die an der Diagnostik und der Behandlung von Tumorerkrankungen beteiligt sind:

  • die Klinik für Onkologie und Hämatologie
  • die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
  • das Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie sowie Nuklearmedizin,
  • die Klinik für Gynäkologie/Senologie/Geburtshilfe
  • die Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Allgemeinchirurgie
  • die Klinik für Urologie
  • die Klinik für Innere Medizin
  • die Klinik für Neurologie
  • die Klinik für Unfallchirurgie
Ziele und Aufgaben
Hauptzielsetzungen am IOZ sind die Anwendung modernster Verfahren zur Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen sowie die Optimierung und Sicherstellung der interdisziplinären Zusammenarbeit zum Wohle unserer Patienten. Interdisziplinäre Vereinbarungen zur wechselseitigen konsiliarischen Beratung und Kooperation gewährleisten, dass alle Patienten/innen mit einer Tumorerkrankung in größtmöglicher Weise von der Erfahrung und der Expertise aller Fachabteilungen profitieren, unabhängig davon, in welcher Fachabteilung ein(e) Patient/in, möglicherweise zufällig, zuerst aufgenommen oder vorstellig wird. Dieses Ziel wird durch wechselseitige Vereinbarungen umgesetzt, in denen sich alle Abteilungen verpflichtet haben, sich miteinander beratend in Verbindung zu setzen, wenn davon auszugehen ist, dass auch andere Fachrichtungen an der Behandlung einer bestimmten Tumorerkrankung beteiligt sein könnten. Voraussetzung hierfür ist, dass der/die Patient(in) diese Rücksprache und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen wünscht.

Neben aktuellster onkologischer Diagnostik und Therapie stehen die Bedürfnisse unserer Patienten und deren seelische und pflegerische Betreuung im Mittelpunkt unserer Arbeit und eines ganzheitlichen Betreuungskonzepts. Entsprechend der christlichen Orientierung des Marien-Hospitals wird dieser hohe Betreuungsstandard durch Seelsorger, Sozialarbeiter und ehrenamtliche Helfer/innen auf breiter Basis unterstützt.

Schwerpunkte der Krebstherapie
Schwerpunkt der Krebstherapie am Marien-Hospital Düsseldorf ist neben der Behandlung von Erkrankungen des Bluts (z. B. verschiedene Formen der Blutarmut, Leukämien, myelodysplastische Syndrome oder myeloproliferative Erkrankungen, etc.) und der Lymphknoten (Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome) vor allem die Therapie von Tumoren der Körperorgane sowie des Binde- und Stützgewebes (sogenannte solide Tumoren). Vorrangige Behandlungsschwerpunkte sind dabei:

  • Brustkrebs (Mammakarzinome),
  • Magen-Darm-Tumoren (Magenkarzinome, Kolonkarzinome, Rektumkarzinome),
  • Tumoren der Vorsteherdrüse (Prostatakarzinome),
  • Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinome),
  • Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinome),
  • Harnblasenkarzinome,
  • Eierstockkrebs (Ovarialkarzinome),
  • Hodenkrebs (Hodenkarzinome und Seminome),
  • Gebärmuttertumoren (Zervixkarzinome/Endometriumkarzinome)
  • Nierentumoren (Nierenzellkarzinome),
  • Kopf-/Hals-Karzinome
  • Weichteil- und Kochentumoren (Weichteilsarkome/Knochensarkome)
  • Gehirntumoren
Diagnostik
Moderne und den gesamten Körper umfassende Diagnostikverfahren sind für die gezielte Behandlung von Tumoren unerlässlich. Im Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie sowie Nuklearmedizin stehen alle modernen Diagnostikverfahren zur Verfügung, einschließlich Kernspintomographie (MRT), MRT der weiblichen Brust (Mamma-MRT), Computertomographie, leistungsfähige Ultraschallgeräte und Röntgeneinrichtungen sowie nuklearmedizinische Untersuchungsverfahren (Szintigraphien). Ergänzt werden diese Methoden durch endoskopische Untersuchungsverfahren in den Abteilungen für Urologie sowie für Innere Medizin, wo auch eine moderne Endosonographie- Einrichtung verfügbar ist, die es gestattet, die örtliche Tumorausbreitung von Tumoren der Speiseröhre, des Magens und der Bauchspeicheldrüse mit hoher Genauigkeit für eine gezielte Tumorbehandlung zu erfassen. Im Zentrallabor des Marien-Hospitals werden alle wichtigen Labormesswerte bestimmt, die für die Diagnostik und Verlaufsbeurteilung von Tumoren bedeutsam sind.
Behandlungsverfahren
Zu den routinemäßig angewendeten Behandlungsverfahren zählen moderne Verfahren der lokalen Tumortherapie, so beispielsweise minimal-invasive sowie funktionserhaltende Operationstechniken, eine moderne Strahlentherapie, intraarterielle/intracavitäre Chemotherapieverfahren sowie lokale Tumorbehandlungen mittels intratumoraler Lasertherapie (LITT) oder Hochfrequenzthermoablation (HITT). Für Tumoren, die aus biologischen oder technischen Gründen durch örtliche Verfahren nicht hinreichend behandelt werden können, stehen unterschiedliche systemische, medikamentöse Therapieverfahren zur Verfügung. Hierzu zählen antihormonelle Therapien, Chemotherapien mit heute zu einem großen Teil recht gut verträglichen Tumormedikamenten (Zytostatika), Immuntherapien mit Interferon, Interleukin sowie biochemotherapeutische Verfahren und tumorspezifische Antikörper. Einen wichtigen Schwerpunkt bilden traditionell die multimodalen Therapiekonzepte unter Einschluss einer gemeinsamen Strahlen- und Chemotherapie, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung auf den Tumor verstärken, vielerorts jedoch nicht durchführbar sind, da entsprechende Fachdisziplinen gemeinsam unter einem Dach nicht vorhanden sind. Weitere wichtige Behandlungsverfahren beinhalten ebenso die Palliativ- und Supportivtherapie, deren Ziel es ist, Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen des Tumors und der Behandlung zu verringern.
  • Spezielle therapeutische Methoden/Behandlungen/Techniken am IOZ
  • Systemische Chemo-/Hormon-/Immuntherapien
  • Kombinierte, multimodale Chemo-/Strahlentherapien
  • Perkutane Strahlentherapie (2 Linearbeschleuniger)
  • Brachytherapie (intracavitär/interstitiell)
  • Intratumorale CT-/MRT-gesteuerte Lasertherapie (LITT)
  • Intratumorale CT-/MRT-gesteuerte Hochfrequenzthermoablation (HITT)
  • Regionale, intraarterielle (intrahepatische [HAI] und intratumorale) Chemotherapie
  • Regionale, intraarterielle (intrahepatische [HAI] und intratumorale) Chemoembolisation
  • Endoskopische Therapieverfahren (Stent-Implantationen, etc.)
  • Laparoskopische Operationen
  • Systemische und lokale Schmerztherapie
  • Systemische und lokale Supportiv-/Palliativtherapien
Krankenpflegerische und psychosoziale Betreuung
Neben kontinuierlicher medizinischer Fortbildung, interdisziplinären Tumorkonferenzen und Therapieleitlinien kommt der krankenpflegerischen Betreuung unserer Patienten eine große Bedeutung zu. Durch eine hohe Zahl von Krankenschwestern/-pflegern mit mehr als 5-10 jähriger onkologischer Erfahrung kann eine entsprechende Betreuungsqualität gewährleistet werden. Entsprechend dem ganzheitlichen Betreuungskonzepts wird die psychosoziale Betreuung unserer Patienten/innen auch durch Sozialarbeiter, Seelsorger und ehrenamtliche Helfer/innen auf breiter Basis unterstützt.
Zahlen und Fakten
Wie in vielen anderen medizinischen Bereichen sichert Routine auch in der Tumorbehandlung einen hohen Versorgungsstandard. Am IOZ werden jährlich etwa 1800-2000 operative und interventionell-radiologische diagnostische und therapeutische Tumoreingriffe sowie etwa 700 aufwendige, moderne Strahlentherapieserien durchgeführt, womit eine entsprechende Qualitätssicherung bei der lokalen Tumortherapie.gewährleistet wird. Auf den interdisziplinären onkologischen Stationen mit insgesamt etwa 50 Betten werden jährlich ca. 1300-1500 Patienten betreut, die eine aufwendige oder überwachungsintensive medikamentöse Tumorbehandlung, eine Strahlentherapie, eine kombinierte Chemo-/Strahlentherapie oder eine tumorbezogene Palliativtherapie erhalten. Für Therapien, die prinzipiell ambulant durchführbar aber besonders aufwendig sind oder aber einer besonderen Überwachung bedürfen, stehen darüber hinaus entsprechende ambulante und tagesklinische Behandlungsbereiche zur Verfügung.
Qualitätssicherung
Die Sicherstellung einer hohen onkologischen Behandlungsqualität erfordert neben einer hauptamtlichen onkologischen Tätigkeit und einer großen Behandlungsroutine auch spezielle Organisationsstrukturen, die am IOZ eingerichtet wurden und nachfolgend näher erläutert werden. Hierzu zählen:
Interdisziplinäre onkologische Diagnose- und Therapieleitlinien
Interdisziplinäre Tumorkolloquien (interdisziplinäre Tumorboards) (2x wöchentlich)
Interdisziplinäre Fallkonferenzen (intern und extern)
Klinisches Tumorregister/behandlungsbegleitende Tumordokumentation
Teilnahme an nationalen/internationalen Therapiestudien
Regelmäßige interne/externe Fort-/Weiterbildungsprogramme
Weiterbildung
Onkologische Therapieverfahren unterliegen einem raschen Wandel durch medizinischen Fortschritt. Es ist unser besonderes Anliegen, aktuelle, moderne Behandlungskonzepte rasch verfügbar zu machen und in die Praxis umzusetzen. Hierzu dienen regelmäßige Fort- und Weiterbildungsprogramme sowie Kongressteilnahmen der onkologisch tätigen Ärzte am IOZ, die rasche Zugänglichkeit zu den wichtigsten internationalen Fachzeitschriften für die Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen sowie die enge Kooperation mit anderen Tumorzentren einschließlich der Beteiligung an innovativen Therapiestudien.
Leitlinien
Zur Qualitätssicherung und Gewährleistung einer hohen Therapiesicherheit hat sich die Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen an modernen, internationalen und nationalen Therapieleitlinien zu orientieren. Wichtige Orientierungshilfen hierfür sind die Leitlinien bzw. Empfehlungen der Deutschen Krebsgesellschaft und der entsprechenden Fachgesellschaften, der American Society of Clinical Oncology (ASCO), der American Cancer Society, der European Society of Medical Oncology (ESMO) sowie des US-amerikanischen ‚National Comprehensive Cancer Network‘ (NCCN). Alle im IOZ vertretenen Fachabteilungen haben sich verpflichtet, in Anlehnung an solche Empfehlungen entsprechende Leitlinien für das IOZ zu erarbeiten und in regelmäßigen, interdisziplinären Konferenzen zu aktualisieren.
Interdisziplinäre Tumorkonferenzen (Tumorboards)
Zusätzlich zu den täglichen konsiliarischen Kontakten und internen Fallkonferenzen finden zweimal wöchentlich am IOZ sogenannte interdisziplinäre Tumorkonferenzen (‚Tumorboards’) statt, an denen die Ärzte der verschiedenen Fachabteilungen teilnehmen, um das für jeden einzelnen Tumorpatienten bestmögliche Behandlungsverfahren zu diskutieren und einen Behandlungsvorschlag zu erarbeiten, der anschließend noch in Einzelgesprächen seitens der Vertreter der verschiedenen Fachrichtungen mit dem/der Patienten/in erörtert wird. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass alle an der Diagnostik und Behandlung von Tumorerkrankungen beteiligten Fachdisziplinen in die Entscheidungsfindung für eine Therapie eingebunden sind und somit zur bestmöglichen Tumorbehandlung beitragen können.
Tumordokumentation und Nachsorge
Seit mehr als 20 Jahren wird am Marien-Hospital eine therapiebegleitende Tumordokumentation durchgeführt. Dieses Tumorregister dient der Qualitätssicherung und der Qualitätskontrolle im Hinblick auf die erfolgte Therapie. Wichtig ist uns, dass die Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Tumornachsorge nach einer abgeschlossenen Tumortherapie zeitgerecht und regelmäßig erfolgen. Hierzu ist es hilfreich, wenn die Nachsorgeuntersuchungen zentral koordiniert werden. Diese Koordination erfolgt in der Regel durch die mitbetreuenden niedergelassenen Ärzte/innen oder kann auf deren Veranlassung auch am IOZ durchgeführt werden. Um eine möglichst lückenlose Dokumentation zu erhalten, bitten wir unsere Patienten in Absprache und in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, uns auch nach einer abgeschlossenen Tumorbehandlung im Rahmen der Tumornachsorge etwa 1-2mal jährlich über ihren gesundheitlichen Zustand zu informieren.
 

 
   
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Prof. Dr. med. J. Schütte • Hämatoonkologische Schwerpunktambulanz  •  Rochusstraße 2  •  40479 Düsseldorf 
Tel.: +49 (0) 211 / 4400-2501  •  Fax: -2210  •  E-Mail: jochen.schuette@uni-essen.de  •  Internet: www.onkologie-duesseldorf.de