Behandlungskonzepte

Neben der Diagnostik und Therapie gutartiger Blut- und Knochenmarkerkrankungen sowie Störungen des Immunsystems steht die Krebsbehandlung im Mittelpunkt unserer Tätigkeit. Diese betrifft die folgenden Behandlungskonzepte:

  • die adjuvante Therapie
  • die neoadjuvante Therapie
  • die Therapie bei Nachweis von Tochtergeschwülsten (Metastasen)
  • die unterstützende, supportive oder palliative Therapie

Wenn Sie weiterführende Informationen zu diesen Therapieformen wünschen, klicken Sie bitte auf die folgenden Überschriften.

  • Allgemeines

    Grundsätzlich gilt es, eine onkolgische Therapie, sofern erforderlich, nicht nur so wirksam wie möglich sondern auch so schonend und behutsam wie möglich einzusetzen. In einigen Fällen ist jedoch eine rasche und/oder intensive Behandlung erforderlich, um das bestmögliche Therapieziel im Hinblick auf Ihre Chancen und Ihre Lebenswerwartung zu erreichen. Bei anderen Patienten hingegen ist eine schonende medikamentöse Therapie - oft auch über lange Zeiträume - erforderlich, um die Tumorerkrankung zurückzudrängen, zu stabilisieren und für Sie beeinträchtigende Komplikationen der Erkrankung zu verhindern. Gelegentlich bedarf es auch keiner oder über längere Zeiträume keiner besonderen Therapie sondern es werden nur engmaschige Kontrollen durchgeführt, ohne dass dies für Sie Nachteile hat. In jedem Fall bedarf es einer individuellen Entscheidungsfindung auf der Basis der Tumoreigenschaften, Ihrer persönlichen Rahmenbedingungen sowie therapeutischer Kompetenz und Erfahrung.

  • Adjuvante Therapie

    Die adjuvante Therapie (adjuvare; latein., helfen) ist eine Behandlung, die nach einer Tumoroperation durchgeführt wird und helfen soll, die Heilungschancen zu verbessern. Ziel dieser Behandlung ist es, eventuell verbliebene, aber auch mit modernster Diagnostik nicht erkennbare Tumorzellen zu vernichten, die noch in der Region des operierten Tumors vorhanden sind oder über das Blut in den Körper gestreut haben, woraus sich später Tochtergeschwülste (Metastasen) entwickeln könnten. Adjuvante Behandlungen mit Medikamenten (Hormontherapien, Chemotherapien, Antikörpertherapien) werden bei zahlreichen Tumorarten eingesetzt, so beispielsweise bei Brustkrebs, Dickdarm-/Enddarmkrebs, Lungenkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Eierstockkrebs, Hodenkrebs, Sarkomen und anderen, selteneren Tumorarten. Die adjuvante Therapie orientiert sich eng an den jeweils aktuellsten, internationalen und nationalen Leitlinien und wird über begrenzte Zeiträume von meist mehreren Monaten nach der Operation durchgeführt. Ob eine adjuvante Therapie erforderlich und sinnvoll ist, bedarf einer ausführlichen Prüfung, Beratung und Diskussion mit dem betroffenen Patienten.

  • Neoadjuvante Therapie

    Die neoadjuvante Therapie ist eine Behandlung, die vor einer Tumoroperation durchgeführt wird. In dieser Behandlungssituation sind, wie bei der adjuvanten (postoperativen) Therapie, ebenfalls keine Tochtergeschwülste (Metastasen) im Körper nachweisbar. Bei manchen Tumorarten sind die Behandlungsergebnisse besser, als wenn die Therapie erst nach der Operation durchgeführt wird. Gründe hierfür sind beispielsweise, dass die Verträglichkeit vor einer nachfolgenden Operation oftmals besser ist als nach einer eventuell belastenden Operation oder dass der Tumor noch zu gross ist, um ihn vollständig mit den nötigen Sicherheitsabständen entfernen zu können. Die neoadjuvante Therapie, die manchmal aus einer Chemotherapie oder eventuell auch aus einer kombinierten Chemo- und Strahlentherapie besteht, hat dann zum Ziel, den Tumor so zu verkleinern, dass er vollständig und schonender operiert werden kann. Tumorerkrankungen, bei denen neoadjuvante Therapiekonzepte zum Einsatz kommen können, sind beispielsweise Brustkrebs, Speiseröhren- und Magenkrebs, Lungenkrebs, Harnblasenkrebs, Kopf-/Hals-Krebs, Enddarmkrebs, Sarkome, u.a.

  • Kurative Therapie

    Unter sogenannten kurativen Therapien werden Therapiekonzepte verstanden, die eine Heilung zum Ziel haben. Diese beinhalten häufig adjuvante oder neoadjuvante medikamentöse Therapien in Ergänzung zu einer Operation und/oder Strahlentherapie. Aber auch bei einer erkennbaren Streuung von Tumorzellen über das Blut mit Nachweis von Tochtergeschwülsten (Metastasen) sowie bei bösartigen Lymphknoten- oder Bluerkrankungen kann eine Heilung möglich sein. Wenngleich die Chancen auf eine langfristige Tumorfreiheit (Heilung) bei metastasierter Erkrankung generell eher gering sind, ist im Einzellfall zu prüfen, was therapeutisch erreichbar ist. Manchmal bedarf es intensiver oder länger dauernder medikamentöser Behandlungen sowie des zusätzlichen Einsatzes chirurgischer oder strahlentherapeutischer Verfahren. Abhängig davon, wie gut und schnell die Tumoren (Metastasen) auf die Behandlung reagieren, kann oft erst nach Therapiebeginn bzw. im Laufe der Behandlung entschieden werden, ob der Behandlungsansatz auf eine Heilung ausgerichtet ist.

  • Multimodale Therapie

    Unter multimodaler Therapie versteht man eine Behandlung, bei der verschiedene Tumortherapieformen (Therapie-Modalitäten) gleichzeitig oder nacheinander eingesetzt werden, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Solche Therapieansätze erfordern ein hohes Maß an Organisation und wiederholter wechselseitiger Absprache zwischen den verschiedenen Disziplinen (chirurgische/operative Disziplinen, strahlentherapeutische Verfahren (z.B. Photonenbestrahlung, Protonenbestrahlung, Elektronenbestrahlung, stereotaktische Bestrahlung - Gammaknife, Cyberknife), andere lokale Therapieverfahren (z.B. Radiofrequenzablation, hitze- oder laservermittelte Tumorbehandlung) sowie unterschiedliche medikamentöse Therapieverfahren. Da die im Einzelfall erforderliche bestmögliche Expertise oft nicht an einer einzelnen Institution verfügbar ist, bedarf es einer engen Abstimmung mit kompetenten und erfahrenen Therapeuten, die oft an unterschiedlichen Standorten tätig sind. Auch für Sie als Patient/In gehen multimodale Therapieansätze oft mit nennenswerten Belastungen einher. Daher müssen solche Konzepte sorgfältig und interdisziplinär abgewogen und geplant werden.

  • Metastasierte Erkrankung

    Die Therapie bei Nachweis von Tochtergeschwülsten (Metastasen) bzw. metastasierter Erkrankung hat zum Ziel, die Metastasen soweit wie möglich zurückzudrängen, zu verkleinern oder in ihrer Größe zu stabilisieren. Ob es gelingt, die Metastasen vollständig zu vernichten, hängt von der Erkrankung, den individuellen Tumoreigenschaften, der Zahl und Größe der Metastasen sowie der Durchführbarkeit verfügbarer Therapien ab. Beispiel für Tumorerkrankungen, bei denen auch mit Metastasierung eine gute Heilungschance besteht, sind der Lymphdrüsenkrebs (Maligne Lymphome) und Hodenkrebs. Bei anderen Erkrankungen sind die Heilungschancen abhängig von zahlreichen, bereits o.g. Faktoren. Ergänzend zu einer Chemotherapie sind dabei oft lokale Behandlungen sinnvoll, sei es mittels einer chirurgischen Metastasenentfernung (Operation) oder einer gezielten Strahlentherapie. Solche Behandlungskonzepte bedürfen großer Erfahrung und einer engen, wechselseitigen Absprache mit den beteiligten Disziplinen.

    Aber auch wenn eine dauerhafte Heilung nicht erreichbar ist, gelingt es heute zunehmend, die Tumorerkrankung mit ihren Metastasen über längere oder lange Zeiträume so zu stabilisieren, dass ein lebenswertes Weiterleben mit der Erkrankung möglich ist. Ziel ist hier die Erkrankung in eine Art "chronischer" Erkrankung umzuwandeln ("Chronifizierung"). Wie bei anderen chronischen Erkrankungen beispielsweise der Niere, des Herzens, der Lunge, bedarfs es dabei einer kontinuierlichen Betreuung und einer hohen Kompetenz und Erfahrung, um zu entscheiden, wann und wie lange eine medikamentöse Tumorbehandlung erforderlich und sinnvoll ist und wie Ihre Lebensqualität gleichzeitig am Besten erhalten werden kann (so wenig Therapie wie nötig und möglich).

  • Supportive/palliative Therapie

    Eine sogenannte palliative Therapie ist eine Behandlung, bei der eine Heilung nicht möglich ist. Meist handelt es sich um Karzinomerkrankungen mit Metastasen in verschiedenen Organsystemen. In dieser Erkrankungssituation ist es heute mit einer großen Zahl verfügbarer und innovativer Medikamente zunehmend häufig möglich, etliche oder viele Jahre weiterzuleben. Ziele sind hier die "Chronifizierung" der Erkrankung sowie die bestmögliche Aufrechterhaltung der Lebensqualität. Ihre persönlichen Lebensumstände, Ihr Lebenskonzept und Ihre Wünsche ebenso wie die Expertise und Kompetenz der behanelnden Ärzte bestimmen hier maßgeblich die individuelle Gestaltung der Therapie unter dem Motto "so wenig möglich, so viel wie nötig". Bestandteil palliativer Therapien sind immer auch unterstützende, supportive Behandlungen und, falls gewünscht, eine unterstützende psychologische Betreuung. Sofern die Erkrankung soweit fortgeschritten ist, dass eine Therapie ggfs. mehr Nebenwirkungen erzielt als eine Wirksamkeit erreichbar erscheint, stehen supportive, unterstützende Maßnahmen weiterhin zur Verfügung (psychologische Betreuung, Schmerztherapie, pflegerische Aspekte, Ernährung, etc.).

Prof. Dr. med. Jochen Schütte
Schadowstr. 80 40212 Düsseldorf
Tel.: +49-(0) 211-8774490 E-Mail: mail@onkologie-duesseldorf.de www.onkologie-duesseldorf.de

in Praxisgemeinschaft mit
Dr. L. Franke – Dr. C. Wagner
Fachärzte für Laboratoriumsmedizin u. Mikrobiologie www.immulab.de